In Erzählungen gilt der Zaunkönig als besonders schlau und listig!
Diese Nachrede geht auf eine Fabel des Äsop zurück, nach der die Vögel einst beschlossen , denjenigen von ihnen zum König zum machen, der am höchsten fliegen kann.
Dies gelang zunächst dem Adler.
Aber der Zaunkönig schaffte es durch eine List, ihn zu übertreffen.
Er versteckte sich nämlich im Gefieder des Adlers und stieg unbemerkt mit ihm in die Lüfte auf.
Als den Adler die Kräfte verließen, kam der Zaunkönig aus dem Gefieder hervor, stieß sich ab und schaffte es so, noch ein wenig höher als er zu fliegen.
Damit gelang es dem Zaunkönig, zum König ausgerufen zu werden.
Der Zaunkönig am Wren’s Day
Das laute Zwitschern des Zaunkönigs führte einst dazu, dass er das Versteck des Heiligen Stephanus verriet, der daraufhin von seinen Verfolgern vor die Stadt geschleppt und gesteinigt wurde. Weil er als der erste Christ galt, der wegen seines Glaubens getötet wurde, wird er auch als Erzmärtyrer bezeichnet.
Auf den Britischen Inseln, in Frankreich und in Teilen Nordeuropas wurde er deshalb lange Zeit im Zuge eines alten Rituals gefangen und aus Rache für seinen Verrat am Heiligen Stephanus getötet.
In einem Bericht aus dem Jahr 1816 heißt es, dass die Jagd auf den Zaunkönig an den Weihnachtsfeiertagen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang stattfand.
Der Vogel wurde an diesem Tag „verfolgt, beworfen, beschossen und vernichtet, ohne Gnade“. Die englische Bezeichnung für Zaunkönig ist „Wren“, deshalb heißt dieser Tag auf den Britischen Inseln auch Wren’s Day.
In einem Bericht ist auch zu lesen, dass die Federn des Vogels Glücksbringer für das kommende Jahr waren, vor allem für Seeleute. Ein Fischer galt sogar als äußerst unvernünftig, wenn er auf diesen Schutz verzichtete.
Die Folge dieser intensiven Bejagung war, dass der Zaunkönig eine Zeit lang in Irland als vom Aussterben bedroht galt. Zum Glück hat sich seine Population seit damals wieder erholt.
Der Zaunkönig ist einer der kleinsten Vögel Europas
Der Zaunkönig ist nur etwa zehn Zentimeter groß und wiegt nur zwölf Gramm. Sein Erkennungsmerkmal ist sein kleiner Schwanz, der fast immer aufgestellt ist und ihm dadurch ein hoheitliches Aussehen vermittelt.
Zaunkönige profitieren von naturnah gestalteten Gärten mit vielen wilden Ecken und Unterholz. Bei der Winterfütterung nehmen sie tierische Nahrung wie Mehlwürmer oder Fliegenlarven an.
Um diesen kleinen Wandervogel ranken sich zahlreiche Mythen. Er ist zum Beispiel einer der lautesten Sänger, was ihm in der Vergangenheit ziemliche Schwierigkeiten einbrachte.


